Chronische Schmerzen entstehen, wenn der Schmerz seine eigentliche Funktion als Warn- und Signalhinweis verliert, länger als 6 Monate besteht und einen selbstständigen Krankheitswert erhält. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine in Deutschland 5-8 Millionen Menschen an chronischen Schmerzen leiden, wobei Frauen häufiger betroffen sind als Männer. Die Unergründlichkeit des Schmerzes und ein fehlender Organbefund verstärken in vielen Fällen das Leiden. Betroffene reagieren mit Ohnmacht, zunehmender Hilflosigkeit, Angst und Depression. Anders als beim akuten Schmerz wird chronischer Schmerz oft als übermächtig wahrgenommen. So äußerte ein Patient: „Ich bin schon der personifizierte Schmerz.“

Viele Schmerzpatienten leiden unter belastenden Lebensumständen, wie beruflichen oder privaten Überforderungen, Verlust von Menschen oder dem Arbeitplatz, Trennungsereignissen oder Ohnmachts- und Gewalterfahrungen, wie auch ständigen wirtschaftlichen Sorgen. Nicht selten sind es auch Ängste oder depressive Störungen, die den Teufelskreis des Schmerzes auslösen oder aufrechterhalten können.

Chronisches Schmerzerleben ist Dauerstress, führt zur Erschöpfung und Schlaflosigkeit, wodurch die Schmerzschwelle noch weiter gesenkt wird. Die Folge ist, dass die Schmerzwahrnehmung steigt. Es hat sich im Gehirn ein Schmerzgedächtnis etabliert, das sich mit jedem Schmerzimpuls weiter vernetzen und ausdehnen kann. Im Prozess dieses Schmerzgeschehens werden die schmerzleitenden Nervenfasern immer sensibler, so dass ein Windhauch oder eine Berührung Schmerz auslösen kann.

Der Schmerz hat sich verselbstständigt. Gewohnte Alltagsaktivitäten werden häufig eingeschränkt. Die Gedanken kreisen bei vielen Schmerzpatienten nur noch um vergangene, gegenwärtige und zu erwartende Schmerzen. Diese Schmerzangst führt wiederum dazu, dass sich die Muskulatur noch mehr verspannt und sich der Schmerz noch weiter verstärkt.

Wege aus dem Schmerz

Es geht hier nicht einfach um Entspannung, sondern um eine Form der Schmerzbehandlung, die oft schon nach wenigen Sitzungen zu einer Schmerzreduktion führen kann.

Schmerzpatienten sind zumeist sehr motiviert, in der Hypnosebehandlung mit unwillkürlichen Ebenen des Körpers Kontakt aufzunehmen. Es ist für viele Schmerzpatienten seit langer Zeit der erste Moment, wo sie wieder Kontrolle über ihren Körper erleben können statt vom Schmerz beherrscht zu werden. Beginnende Schmerzlinderung kann der Anlass sein, wieder einmal einige Stunden durchzuschlafen, wieder einmal Stunden bewusst zu erleben, etwas genießen zu können. Mit der Schmerzlinderung können Erholungsprozesse beginnen.

Schmerztherapie

Erfahrungsgemäß besteht oftmals eine emotionalen Ursache für den Schmerz, die mit der medizinischen Hypnosetherapie aufgelöst werden kann. Bei der Schmerzbehandlung ist es meistens erforderlich, unverarbeitete emotionale Prozesse aufzudecken und zu bearbeiten. Werden emotionale Ursachen des Schmerzes ignoriert, wird der Schmerz allen Behandlungsversuchen trotzen. Gerade die Hypnoanalyse ist optimal für dieses Vorgehen geeignet. Eine einzigartige Möglichkeit bietet die Schmerzkontrolle durch die Hypnosetherapie. In tiefer Hypnose lässt sich oft eine Schmerzunempfindlichkeit leicht herstellen oder der Schmerz ist von der Intensität her kontrollierbar, neu einstellbar. Zur Schmerzlinderung oder Beseitigung setzen viele meiner Patienten auch innere Heilbilder ein, die tief in ihrem Unterbewusstsein abgespeichert werden. Eine weitere effektive Möglichkeit besteht durch die Anwendung von Selbsthypnose. Mit Hilfe der Selbsthypnose erlernen Sie, den Schmerz selbstständig abzuschalten oder zu kontrollieren.